Vorbereiten der Nodien
Der Vorteil dieser Methode ist, dass die Jungpflanzen ident mit der Elternpflanze sind (Klone). Folgende Orchideen haben wir mit dieser Methode bereits vermehrt: Phalaenopsis Hybriden, Doritis pulcherima, Phaius tankervilleae und Chiloschista lunifera. Am besten eignen sich frisch geschnittene Blütenstiele die man ca. 1 cm oberhalb und unterhalb der ruhenden Augen mit einem sauberen und scharfen Messer schräg abschneidet. Die Schnittstelle sollte keine Quetschungen aufweisen wie das bei manchen Gartenscheren passiert.

Phalaenopsis Blütenstielstück (Nodie) mit Hüllblatt
Als nächstes muß man das Hüllblatt, das das Auge schützt, entfernen. Hierfür hat sich eine Pinzette und ein Skalpell (oder Rasierklinge) am besten bewährt.

Phalaenopsis Blütenstielstück (Nodie) ohne Hüllblatt
Welchen Nährboden kann man verwenden ?
Da Cytokinine (Phytohormon) das Austreiben von ruhenden Augen fördert, ist es ratsam Nährböden mit solchen Hormonen zu verwenden. Wir verwenden das Medium P6793 von der Fa. Sigma.
Vorbereiten des Arbeitsplatzes
Bei der Kultur von Nodien kann man die selbe Anordnung der Geräte verwenden wie man sie schon bei der Aussaat verwendet hat.
Aufbringen der Nodien auf Nährböden
Die zurechtgeschnittenen Stengelstücke taucht man für einige Sekunden in 70% Ethanol. Danach gibt man die Nodien für 30 Minuten in 0,5% Wasserstoffperoxid (H2O2) und bewegt das Glas hin und wieder. Sind die 30 Minuten abgelauft, dann gibt man die Blütenstielstück für 15 Minuten in 3% H2O2 und bewegt das Glas immer wieder. Sind die 15 Minuten verstrichen, dann stellt man das Glas in den Dampfstrom. Jetzt nimmt man ein Kulturglas, öffnet dieses im Dampfstrom
und legt den Deckel mit der Öffnung nach unten auf das mit Ethanol getränkte Papiertuch.
Nun nimmt man die Pinzette aus dem Ethanol und flammt diese ab. Die Pinzette bringt man auf
kürzestem Weg in den Dampfstrom und kühlt die Spitze im Wasserstoffperoxid ab, in dem die Nodien
schwimmen.
Jetzt greift man damit ein Stengelstück und steckt dieses in das Medium im Kulturglas. Wichtig
ist, dass man die richtige Schnittstelle (die unterhalb des Auges liegt) in das Medium
steckt.
Als nächstes schwenkt man die Spitze der Pinzette kurz im kochenden Wasser damit eventuell
klebengebliebene Nährbodenreste usw. nicht im Ethanol landen. Nach dem Abschwemmen stellt man die
Pinzette wieder zurück in den Ethanol, verschließt das Kulturglas mit dem Deckel und stellt
dieses auf der Arbeitsfläche ab. Mit den weiteren Gläsern verfährt man genauso.
weitere Pflege
Auch diese Kulturen sollten möglichst hell stehen aber keine direkte Sonne abbekommen. Die Verpilzungsrate in der ersten Woche ist leider höher als bei asymb. Aussaat weil Nodien eine viel größere und manchmal unzugänglichere Oberfläche haben als Samen.

austreibende Chiloschista lunifera Blütenstielknospe
Sehr wichtig ist bei dieser Art der Vermehrung die tägliche Kontrolle ob an der Stelle, in der das Stengelstück in Nährboden steckt, schwarze Ausscheidungen auftreten. Diese Aussscheidungen sind phenolische Stoffe die Aufgrund des Schneidens abgegeben werden und mit zunehmender Menge tötlich für das Stengelstück wirken.

phenolische Ausscheidung
Ob ein Gewebestück phenolische Stoffe ausscheidet und wie
viel kann man leider nicht vorhersagen aber die Kultur ist noch nicht verlohren, wenn man es
rechtzeitig erkennt. Sobald sich der Nährboden rund um das Explantat stark scharz verfärbt, muß
man das Stengelstück auf neuen Nährboden umlegen. Die meisten Stengelstücke beruhigen sich nach
mehrmaligen Umlegen und wachsen dann zügig weiter. Wir legen unsere Nodienkulturen zu Beginn
etwa alle 10 Tage um.
Sobald die Jungpflanzen je 2 Blätter bekommen haben wird es Zeit sie auf ein hormonfreies
Medium (z.B. P6668 von Sigma) umzulegen damit auch Wurzeln entstehen.
Was tun wenn man mehr aus eine Jungpflanze haben will ?
Reicht nicht nur einen Klon, dann muß man vor dem Sterilisieren und Aufbringen auf Nährboden lediglich das oberste Drittel des ruhenden Auges mit einem Skalpell oder Rasierklinge wegschneiden. An der Schnittstelle wird sich nach einiger Zeit ein Wundgewebe (Kallus) bilden aus dem mehrer Jungpflanzen hervorgehen.
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Phaius tankervilleae Nodienkultur |
Phalaenopsis equestris |