notwendige Geräte und Utensilien:
notwendiges Verbrauchsmaterial:
Bezugsquellen und genaue Infos sind der Liste "Utensilien für in vitro Aussaat" zu entnehmen.
Wann soll man die Sämlinge auspikieren ?
Grundsätzlich sollte man die Sämlinge so lange auf dem Nährboden lassen solange sie sich nicht gegenseitig im Wachstum behindern und weiterwachsen. Je kräftiger die Sämlinge zum Zeitpunkt des Umlegen sind desto leichter überstehen sie das Ganze. Die beste Jahreszeit zum Auspikieren ist das Frühjahr.

Sämlinge bereit zum Akklimatisieren
Was man wissen sollte
Bei der in vitro Kultur werden den Pflanzen unter sterilen Bedingungen möglichst ideal Bedingungen geboten um ein schnelles Wachstum zu erzielen. Nimmt man die in vitro gezogenen Jungpflanzen aus dem sterilen Gefäß, dann werden sie von einem Moment auf den anderen mit Stressfaktoren (schwankende Feuchtigkeit, Pilze, Viren, Bakterien ...) konfrontiert, die sie bis jetzt noch nicht kannten. Die Pflanzen brauchen eine gewisse Zeit bis sie sich auf diese neuen Bedingungen eingestellt haben und selbst mit den Stressfaktoren fertig werden. Vor dem Akklimatisieren der Jungpflanzen sollte man sich umbedingt erkundigen wie die Pflanzen am Naturstandort wachsen bzw. welche Kulturansprüche sie haben.
Pflanzen die Gebiete mit konstanten Niederschlägen bewohnen und keine Speicherorgane (Bulben, dickfleischige Blätter, ...) besitzen (z.B. Masdevallien) benötigen eine höhere Boden- und Luftfeuchtigkeit als Orchideen die am Naturstandort regelmäßig Trockenperioden überdauern müssen.
Die meisten Jungpflanzen sterben weil sie zu nass kultiviert wurden !!!
Auch bei der Kultur von Jungpflanzen gilt es Staunässe zu vermeiden und im Zweifelsfall lieber einmal auf das Gießen zu verzichten und stattdessen zu Sprühen.
Wie geht man dabei vor ?
Bevor man beginnt die Pflanzen aus dem Glas / Becher zu holen sollte man sich das Jungpflanzensubstrat herrichten. Wir verwenden zum Eintopfen folgende Mischung:
1 Teil |
Kiefernrindestücke |
1 Teil |
kleingeschnittenes Waldmoos |
1 Teil |
Holzkohlestücke |
1 Teil |
Walderde (z.B. Buchenlauberde) |

Bestandteile des Jungpflanzensubstrats
Hat man das Substrat hergerichtet, dann kann man ein Stück Küchentuch befeuchten. Danach stellt man einen 0,05% Chinosollösung her indem man eine 0,5 g Tablette in 1 Liter Wasser auflöst. Jetzt öffnet man das in vitro Gefäß und nimmt die Pflanzen möglichst schonend heraus. Bei Glasflaschen hat es sich bewährt mit einem dünnen Meißel den Flaschenboden abzutrennen und die Pflanzen durch diese große öffnung zu entnehmen.
Nachdem man die Pflanzen mitsamt dem Nährboden aus dem Gefäß genommen hat entfernt man vorsichtig den Nährboden. Kleine Nährbodenstücke lassen sich mit handwarmen Wasser ganz gut ausspülen. Jetzt versucht man die gereinigten Pflanzen ohne sie zu verletzen voneinander zu trennen. Ist das nicht möglich, dann ist das auch nicht weiter tragisch. Um die Pflanzen am Anfang vor Pilzen, Bakterien usw. zu schützen sollte man die Sämlinge vor dem Eintopfen 15 Minuten in der 0,05% Chinosollösung baden. Während die Sämlinge in der Desinfektionslösung baden kann man die Gemeinschaftstöpfe herrichten. Zur Drainage füllt man in die Töpfe ca. 2 cm hoch groben Styroporstücken ein. Danach werden die Töpfe zu zwei Drittel mit dem Jungpflanzensubtrat befüllt und die Sämlinge mit etwas zusätzlichem Substrat dicht aneinander eingetopft. Beim Eintopfen ist darauf zu achten, dass der Wurzelansatz frei liegt. Ein dichtes Einsetzen der Babyorchideen fördert ihr Wachstum und schafft ein gutes Mikroklima.

Sämlinge im Gemeinschaftstopf
Die weitere Pflege
Recht gut hat sich zum Akklimatisieren ein Zimmergewächsaus bewährt bei dem man die Frischluftzufuhr einstellen kann. Diese Kleingewächshäuser geben uns die Möglichkeit auch ohne Glashaus die Pflanzen langsam an die "normale" Luftfeuchtigkeit zu gewöhnen wobei es den Sämlingen aber sicher gut tut, wenn man täglich das Zimmergewächshaus für 30 Minuten (oder etwas länger) komplette abdeckt und die Pflanzen Frischluft atmen lässt. Bei der Kultur in solchen geschlossenen Gefäßen ist umbedingt darauf zu achten, dass keine Staunässe entsteht und ausreichend Frischluft zugeführt wird. Wird das nicht beachtet, dann kommt es binnen kurzer Zeit zur Fäulnis. Im Zweifelsfall lieber einmal zu wenig als einmal zu oft gießen.

Sämlinge im Zimmergewächshaus
Ein paar Links zu anderen Anleitungen im Internet: